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6.2.2012 : 12:15 : +0100

Gelebter Glaube wirkt sich im Alltag aus

Liebe Leserin, lieber Leser, ist alles erlaubt, was nicht verboten ist? Als Kind habe ich mich bei meinen Eltern damit gerechtfertigt: „Ihr habt es mir nicht verboten!“ Nur muss ich aus der Rückschau zugeben, dass ich die Tragweite meines Handelns noch nicht abschätzen konnte.

Ist alles erlaubt, was nicht verboten ist? Wenn alles erlaubt ist, ist es dann auch sinnvoll? Diese Frage stellt sich in unserem Leben immer wieder. Paulus greift diese Frage im Brief an die Korinther auf:

Gott schenkt uns eine große Freiheit, und das finde ich gut. Wir sind keine Marionetten am Gängelband Gottes, können selber entscheiden, ob wir mit oder ohne ihn unseren Lebensweg gehen wollen. Zudem haben wir die Gabe, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Aber dabei sollen wir nicht nur an uns selbst denken, sondern auch an die Mitmenschen. Manchmal ahnen wir gar nicht, welche Konsequenzen und Risiken sich aus unseren Entscheidungen ergeben:

  • Natürlich können wir die Billigangebote im Laden nutzen, doch wenn wir dies ausschließlich tun, verlieren wir die Menschen aus den Augen, deren Existenz von einem fairen Preis abhängt.

  • Natürlich bin ich nicht verpflichtet zu arbeiten. Wenn ich aber nicht arbeiten will, weil ich z. B. keine Lust habe, geht die Entscheidung zu Lasten der Allgemeinheit.

Gott schenkt uns die Freiheit, das eine zu tun und das andere zu lassen. Diese Freiheit hat jede und jeder Einzelne für sich selbst. Der Blick für den Mitmenschen schärft allerdings auch den Blick für mich selbst. Gelebter Glaube wirkt sich im Alltag aus.

Ich wünsche Ihnen eine größtmögliche Freiheit und einen stabilen Rückhalt aus und in der Gemeinschaft.

Hans-Ludwig Köppen, Diakon i.R.