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22.5.2012 : 6:43 : +0200

Gemeindebrief

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Maike Potthast ist aus Südafrika zurück

Wir danken für ein Jahr Dienst in Afrika

Vor einem Jahr reiste Maike Potthast im Rahmen des Freiwilligendienstes der Hermannsburger Mission für ein Jahr nach Südafrika. Nun ist sie wieder zurück. Im Gottesdienst am 22. Juni berichtete sie von ihren Eindrücken. Ihr Bericht war für uns alle bewegend. Sie nahm uns durch ihre lebendige und anschauliche Art mit hinein in eine Welt, die bedrückend und bezaubernd zugleich ist. Und bei allem Schweren, von dem sie auch berichtete, hatten wir den Eindruck, dass sie etwas von der Fröhlichkeit der Kinder Afrikas mit zu uns gebracht hat. Wir danken Maike für ihren Dienst und auch die Art, mit der sie uns daran hat teilhaben lassen. Für ihren weiteren Lebensweg wünschen wir ihr Gottes reichen Segen.

Der Kirchenvorstand

Rede von Maike Potthast, gehalten im Gottesdienst am 22.Juni 2008

Zurück in Deutschland: Maike Potthast (re.)

Ein bezauberndes, wunderschönes Land

Hallo, ich möchte euch jetzt kurz etwas von einem wunderschönen und sehr vielfältigen Land erzählen, das mich in seinen Bann gezogen hat, von Südafrika.

Wie vielleicht schon einige von euch wissen, war ich für ein Jahr in Südafrika bei dem Stamm der Zulus - um genau zu sein, in Pietermaritzburg, das liegt im Südosten, in der Provinz KwaZuluNatal!

Dort habe ich in Kenosis gearbeitet. Kenosis ist eine Einrichtung der Kirche, die in Anlage und Aufgabe mit einem SOS Kinderdorf vergleichbar ist.

In diesem Dorf gibt es drei Pflegemütter mit je ca. 10 Pflegekindern, und jedes Kind hat seine eigene, schreckliche Geschichte. Wir haben versucht, diesen Kindern zu helfen, ihnen Nahrung und Bildung, ein Dach über dem Kopf und ein wenig Liebe zu geben. Es war eine anstrengende und manchmal auch sehr harte Zeit für mich, aber jetzt, wo ich wieder zurück bin und weit und breit bei mir zu Hause keine Kinder zu sehen sind, denke ich ziemlich oft daran und vermisse es, vermisse meine lauten, lachenden, singenden Kinder aus Kenosis, die abends noch vor unserer Tür Zulutänze aufführten ... .

Natürlich haben wir auch die dortigen Gottesdienste besucht. Ich habe dort zwei Arten von Gottesdiensten mitgemacht.... einmal einen Gottesdienst der deutsch-englischen Gemeinde der Weißen. Der Gottesdienst war vergleichbar mit einem deutschen Gottesdienst vor ca. 50 Jahren, ziemlich traditionell.

Wesentlich öfter jedoch war ich mit den Nonnen aus Kenosis in deren Kirche in Imbali, dem größten Township von Pietermaritzburg. Diese Gottesdienste waren echt richtig anders..... . Zu Beginn wird erst mal eine Stunde gebetet, Worship nennen sie das, und dabei wird größtenteils gesungen.

Die Predigt hält natürlich der Pastor, und jedes Mal wieder dachte ich, dass er gleich einen Herzinfarkt bekäme. Er schreit sich im Gottesdienst die Seele aus dem Leib und stellt dabei immer Fragen an die Gemeinde, die diese dann lautstark mit JESUS beantworten. Und dann wird wieder gesungen und gebetet.

So ein Gottesdienst dauert nicht selten 5-6 Stunden. Wenn man zwischendurch aufsteht und einkaufen geht, so ist das auch kein Problem. Es wird alles sehr locker gesehen, und nicht selten springen die Gläubigen auf, singen und tanzen quer durch die ganze Kirche. Die schwarzen Südafrikaner verstehen es wirklich, ihren Glauben an Gott zu feiern! So etwas einmal mitzuerleben war für mich sehr, sehr beeindruckend.

Abschließend kann ich über Kenosis noch sagen, dass es ein Super-Projekt ist und vielen Kindern ein richtiges Zuhause bietet, die sonst keine Chance auf ein gutes und aufrechtes Leben gehabt hätten. Kenosis hat auch ein Spendenkonto hier in Deutschland, und wer für Kenosis spenden möchte, dem kann ich garantieren, dass sein Geld auch da ankommt, wo es wirklich gebraucht wird.

Südafrika ist ein bezauberndes, wunderschönes Land, mit grünen Hügeln voller Zuckerrohr, kilometerlangen, menschenleeren Sandstränden, weiten Savannen und mit wunderschönen Sonnenuntergängen in den Bergen. Südafrika ist auf jeden Fall immer eine Reise wert. Und ich kann auch jedem, der überlegt, ein Jahr einmal in eine völlig andere Kultur einzutauchen, dieses Land nur empfehlen. Es wird kein verlorenes , sondern ein gewonnenes Jahr sein, so ist es zumindest für mich! Ich würde es jedes Mal wieder machen.

Und wie die Zulus jetzt sagen würden:

HAMBA Kahle, machts gut!

Maike Potthast