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22.5.2012 : 7:15 : +0200

Gemeindebrief

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Zu Pfingsten in Jerusalem

Blick in die Erlöserkirche
Einführung - D.Koster, G.Schwabe, U.Gräbe
Jerusalems Altstadt - Blick auf das Damaskustor

Gudrun Schwabe schreibt aus Israel

Mein erster Sonntag in Jerusalem, es ist der Pfingstsonntag, beginnt gleich aufregend. Die arabische lutherische Gemeinde, die vor uns um 9 Uhr Gottesdienst feiert, wird sehr spät fertig, sodass die Kirche in aller Eile für unseren Gottesdienst um 10:30 Uhr vorbereitet werden muss. Gerade noch rechtzeitig wird alles fertig, und ich erlebe meinen ersten Gottesdienst in der Erlöserkirche in Jerusalem. Propst Dr. Gräbe führt mich zusammen mit Diet Koster, der stellvertretenden Vorsitzenden des Kirchgemeinderates (das ist der Kirchenvorstand) ein. In die Stille innerhalb der Fürbitte dringt von draußen der Ruf des Muezzins hinein. Hinterher gibt es im wunderschönen Kreuzgang, einer grünen Oase mitten in der Stadt, noch Tee. Tee trinkt man hier aus Gläsern, statt Kluntje und Sahne gibt man frischen Salbei oder ein Minzblatt hinein.

Nachmittags fahren wir zu dritt nach En Boqeq, einem Kurort ganz im Süden des Toten Meeres. Auf der Fahrt durch die Judäische Wüste erlebe ich zum ersten Mal die ganze Schönheit des Landes: Sanft abgerundete Hügel, die am Toten Meer dann in schroffe Klippen übergehen, das helle Blau des Wassers mit den weißen Salzablagerungen, hin und wieder eine Plantage mit Dattelpalmen oder Bananen am Wegrand. Die Zeit reicht noch für ein Bad, obwohl man Mühe hat, richtig unter Wasser zu kommen, so hoch ist der Auftrieb des salzigen Wassers.
Mit deutschen Kurgästen feiern wir in einem Hotel einen Gottesdienst, und auf dem Weg zurück darf ich das erste Mal den Dienstwagen fahren. Die Straßenschilder sind alle in drei Sprachen: Hebräisch, Arabisch und Englisch. Man findet sich aber gut zurecht, selbst in Jerusalem.

Wieder zu Hause, sitzen wir dann noch gemeinsam beim Propst im Büro und trinken den Wein aus. Vor dem Schlafengehen werfe ich noch einen Blick von der Terrasse über die nächtliche Stadt. Wir haben hier einen fantastischen Ausblick auf den Felsendom und den Ölberg dahinter. Die zweiten Feiertage der hohen Feste sind traditionell frei hier in der Gemeinde, sodass ich am nächsten Morgen ausschlafen kann. Das gestaltet sich gar nicht so einfach, weil ja in der Stadt ein ganz normaler Werktag ist und spätestens um kurz nach acht die Cafe-Besitzer von gegenüber ihre Läden aufmachen und es dann mit der Ruhe vorbei ist. An dieses schöne, ungewöhnliche Pfingstfest werde ich mich bestimmt noch lange erinnern.

Viele Grüße aus Jerusalem
Gudrun Schwabe