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22.5.2012 : 7:28 : +0200

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Interview mit InKontakt-Diakon Thorsten Rademacher

Thorsten Rademacher
InKontakt-Camp 2008 -voller Freude sind die Kinder dabei

Im Herbst 2006 nahm Diakon Thorsten Rademacher seine Arbeit für unser Projekt InKontakt auf. Dies Projekt ist zunächst auf fünf Jahre angelegt. Vor einigen Wochen trafen wir uns deshalb zu ‘Halbzeit-Gesprächen’. Im Rahmen dieser Gespräche entstand das folgende Interview:

Andreas Hannemann: Thorsten, wenn du an deine bisherige Arbeit für InKontakt denkst, welche Begegnungen und Aktionen waren besonders eindrücklich?

Thorsten Rademacher (im folgenden TR): Im Großen waren es das InKontaktCAMP in Steenfelde mit 80 Kindern aus den vier Gemeinden, die Stimmung unter den ehrenamtlichen Helfern und die strahlenden Gesichter der Kinder, außerdem die Sommerfreizeiten. Im Kleinen waren das tiefgehende persönliche Gespräche mit Mitarbeitern, die ich über längere Zeit begleiten darf.

Heino Dirks: Wo steht InKontakt nach ca. drei Jahren?

TR: Jugendarbeit verläuft in Generationen. Eine Generation ist bald schon durch. Eine weitere muss folgen, die hineinwächst und Aufgaben übernehmen kann.

Friedrich Ley: Was hat sich im Alltag der Jugendlichen verändert?

TR: Der Schulalltag nimmt größeren zeitlichen Raum ein. Dadurch sind die potentiell Teilnehmenden wie auch die Mitarbeiter stärker belastet und suchen nach entspannendem Ausgleich. Inhaltliches Arbeiten wird mit Schule verbunden. Sie suchen offene Begegnungen mit Freunden und Gleichaltrigen.

Andreas Hannemann: Was bedeutet das für InKontakt, und in welche Richtung geht es weiter?

TR: Wir (ehrenamtliche Mitarbeiter und ich) merken, dass die Jugendlichen nicht so sehr die klassische Variante der Jugendarbeit mit verbindlichem Treffen und Programm mit thematischen Inhalten favorisieren, sondern Räume brauchen, in denen sie sich außerhalb dieser gesellschaftlichen Anforderungen begegnen können. Die können wir schaffen, in anderem Charakter als bisher. Offener, mit optional geistlichem Themenangebot.

Heino Dirks: Wie gehst du damit um, dass du für jede einzelne Kirchengemeinde auf dem Papier nur etwa 7,5 Stunden Arbeitszeit zur Verfügung hast, aber in jeder Gemeinde deine Gegenwart sehr erwünscht ist?

TR: Damit komme ich nur sehr schwer klar. Ich möchte ja auch sehr gerne mehr vor Ort sein. Nur ist es nun mal unter den gegebenen Umständen ein Faktum, dass ich aus Sicht der einzelnen Gemeinde zu über 85% meiner Zeit woanders bin, sozusagen nicht in der Gemeinde sichtbar. Das sind Anteile der anderen Gemeinden und kommunaler Arbeit, Vorbereitung, Verwaltung, übergemeindlicher Aufgaben und eben auch Fahrtzeit. Ich versuche immer wieder, dies zu kommunizieren. Leider bauen sich die nötigen Beziehungen ja auch dadurch nur langsam auf. Darunter leide ich schon.

Andreas Hannemann: Wo liegen deine Schwerpunkte in Flachsmeer?

TR: In Flachsmeer gibt es ja seit langer Zeit eine gut etablierte Jugendarbeit. Daher ist meine Aufgabe in Flachsmeer, die Mitarbeiter der drei Gruppen (eine Jungschar, zwei Jugendgruppen) zu unterstützen, Ideen zu liefern und gelegentlich selbst Programmpunkte zu gestalten. Dazu dienen der Mitarbeiterkreis am Montag und persönliche Kontakte und Vorbereitungstreffen mit den Gruppenleitenden. Die Bandarbeit hilft dabei auch, da ich dort zwei Mitarbeitende aus den Gruppen treffe.

Andreas Hannemann: Hast du besondere Anregungen oder Ideen für unsere Gemeinde?

TR: Für solch eine Gemeinde wie in Flachsmeer habe ich viele Ideen. Sie ist lebendig, persönlich und offen und gastfreundlich. Eine Idee: Ich könnte mir vorstellen, dass eine “Theken-Arbeit” mit punktuellen Aktionen und Themen als offenes Forum (nicht nur für Jugendliche) viele neue Menschen ansprechen würde. Die Gastfreundschaft ist ein Pfund, mit dem gewuchert werden kann, und die räumlichen Möglichkeiten sind gegeben.

Andreas Hannemann: Thorsten, wir danken für dieses Gespräch.