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22.5.2012 : 8:34 : +0200

Gemeindebrief

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Abschied von der ostfriesischen Perle

G. Schwabe in Loccum

Vikarin Schwabe verlässt unsere Kirchengemeinde

Ein seltsames Gefühl beschleicht mich oft in diesen Tagen: Gespräche und Begegnungen, Einkaufen, Spazieren gehen – vieles mache ich hier zum letzten Mal. Ich wusste von Anfang an, dass meine Zeit in Flachsmeer begrenzt ist. Ich freue mich auch auf meine neuen Aufgaben in der deutschen Gemeinde in Jerusalem. Aber der Abschied fällt doch schwer. Denn ich habe sehr gern hier gelebt und gearbeitet.

Ich kann mich noch gut an die ersten Wochen hier erinnern. Ich kam aus Bonn hierher, und das war schon eine Umstellung für mich. Aber ich hatte mir das ja gewünscht, hier in Ostfriesland zu arbeiten, und ich gewöhnte mich schnell an die neue Umgebung. Ich lernte, wie man richtig Tee trinkt und einen Maibaum bewacht, warum man am Karsamstag besser kein Fenster offen lässt und was diese schönen Schilder bedeuten, die man in manchen Vorgärten sehen kann. Und entgegen allen Voraussagen meiner Freunde, die Ostfriesland irgendwo in Schleswig-Holstein vermuteten und immer von den sturen Friesen sprachen, erlebte ich Sie als sehr gastfreundlich und offen.

Eine Blume von dem Bogen über meiner Tür habe ich aufgehoben. Sie wird mich daran erinnern, wie herzlich Sie mich begrüßten.

Auch meine Arbeit hier in dieser lebendigen Gemeinde empfinde ich als sehr lehrreich und fühle mich für meine zukünftigen Aufgaben gut gerüstet. Die Bandbreite der Veranstaltungen und Aufgabenbereiche von der Jugendarbeit bis zur Adventsfeier für Seniorinnen und Senioren ermöglichte mir einen guten Einblick in die Arbeit einer Kirchengemeinde. Ich durfte Menschen in den verschiedenen Situationen ihres Lebens begleiten und hatte Anteil an ihrer Freude und an ihrem Schmerz. Im Laufe dieser zwei Jahre entdeckte ich meine Stärken und meine Schwächen. Und vor allem erlebte ich immer wieder die Kraft des Evangeliums.

Die ehemalige Landessuperintendentin Frau Holze-Stäblein hat Flachsmeer einmal als "eine ostfriesische Perle" bezeichnet. Und ich finde, sie hat absolut recht. Ich danke Ihnen allen, dass Sie mich so freundlich und warmherzig aufgenommen haben und dass Sie mir mit Vertrauen begegnet sind. Mein Vikariat hier in Flachsmeer war eine tolle Zeit! Ich wünsche Ihnen Gottes reichen Segen für alle Ihre weiteren Wege.             

Gudrun Schwabe