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22.5.2012 : 8:39 : +0200

Gemeindebrief

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... mit wunderbarem Gesang

Nur die Kerzen leuchten - ein Blick in die Kirche
"Frohe Ostern" - ganz früh am Morgen

Gefühlsbetonter Gottesdienst am frühen Ostersonntagmorgen

Es bedeutet schon eine Überwindung, am Ostersonntagmorgen um 5.30 Uhr aufzustehen, um am Frühgottesdienst teilzunehmen. Aber ich möchte allen Mut machen, die es bisher noch nicht geschafft haben, es im nächsten Jahr einmal zu versuchen. Die nachfolgenden Zeilen mögen das verdeutlichen.
Man tritt vor die Tür, die Luft ist rauchgeschwängert. Doch die Vögel singen so herrlich, als mache ihnen das alles nichts aus. Ihr Gesang begleitet mich durch die Dunkelheit bis zur Kirche. Hier brennen nur im Vorraum und auf dem Altar einige wenige Kerzen.

Es ist sehr still in der Kirche. Auf dem Orgelboden hört man leise Geräusche. Schwaches Licht fällt von dort in den Kirchraum. Nach dem Läuten der kleinen Glocke beginnt auf dem Orgelboden eine kleine Chorgruppe mit dem Taize-Lied „Bleibet hier und wachet mit mir.“ Es klingt so schön, dass ich eine Gänsehaut bekomme. Die Gruppe, acht (!) Sängerinnen und Sänger des Singkreises, kommt singend von oben, durch-schreitet die Kirche und setzt sich vorne in die Bänke.
Nach zwei Lesungen durch Petra Wienbeuker, Britta Drexhage-Janssen und Volker Michaelsen singt der Chor je ein dreimaliges „Kyrie“ und schließlich das Lied „Gott sei über dir“. Eine Bildmeditation schließt sich an.

Volker Michaelern wirft mit dem Beamer ein Bild an die Wand und erläutert: Eine Apfelblütenknospe wird zum Schutz vor der Kälte mit Wasser besprüht. Dieses gefriert sofort und bildet eine dünne Eisschicht, die die Knospe vor der bitteren Kälte schützt. So wird sie vor dem Erfrieren bewahrt, sie überlebt! Das Eis, das zunächst die Knospe zu bedrohen scheint, schenkt ihr in Wirklichkeit das Leben. Das ist wie ein Bild für Karfreitag und Ostern: Der Tod Jesu scheint zunächst alles zu bedrohen. Doch Gott erweckt ihn aus diesem Tod zum Leben. Sein Tod und seine Auferstehung schenken uns das Leben. Das ist die frohe Osterbotschaft.

Nun trägt Britta Drexhage-Janssen die brennende Osterkerze durch die Kirche zum Altar. Alle stimmen das Lied „Mache dich auf und werde Licht“ an; das Kerzenlicht wandert von Bank zu Bank. Schließlich brennen alle Kerzen.
Als dann zum Ende des Frühgottesdienstes das Vater unser, das Fürbittengebet und der Segen gesprochen sind, ist es draußen bereits hell geworden. In fröhlicher Stimmung reichen sich vor der Kirche alle Gottesdienstbesucher die Hände und wünschen sich „Frohe Ostern“. Die meisten nehmen anschließend gern die Einladung zu einem Frühstück im Gemeindehaus an.

Es war kein Gottesdienst wie jeder andere. Ich möchte dem Vorbereitungsteam herzlich danken, das uns diesen doch so gefühlsbetonten Gottesdienst ermöglichte. Dazu gehörte auch der Gesang der acht Chorsängerinnen und -sänger, die ich in meinen Dank ausdrücklich einbeziehen möchte.

Elise Collmann