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22.5.2012 : 9:00 : +0200

Gemeindebrief

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Siehe, ich mache alles neu

Liebe Leserin, lieber Leser,

in einer Zeit globaler Umbrüche wird uns jeden Tag viel Neues zugemutet. In der Wirtschaft müssen immer wieder neue Produkte her, weil sie sonst scheinbar auf der Strecke bleibt. Und auch wir in der Kirche stehen in der Gefahr, uns diesem Zeitgeist anzupassen, weil wir Angst haben, die Menschen nicht mehr zu erreichen.

Wenn wir für unser Leben etwas Neues planen, machen wir uns Gedanken, warum das Alte nicht mehr gut war. Wir überdenken unser bisheriges Leben kritisch und stellen vielleicht fest, dass man an der einen oder anderen Stelle doch hätte anders oder besser reagieren können.

Das heißt aber doch, wer Neues plant, muss sich mit seiner Vergangenheit beschäftigen und sie aufarbeiten. Wenn uns die Aufarbeitung nicht gelingt, beginnt kein Neuanfang, denn die Vergangenheit holt uns immer wieder ein.

Der Spruch dieses Monats aus der Offenbarung 21,5 lädt uns ein, uns neu zu orientieren: Gott spricht: Seht, ich mache alles neu.

Seht: Gott möchte den Blick für das Wesentliche schärfen. Es genügt kein flüchtiger Blick oder kein unbeteiligtes Schauen. Wer sein Leben aus der Rückschau betrachtet, ist kein Unbeteiligter oder passiver Zuschauer, sondern aktiver Beteiligter und Mitwirkender. Es bedarf eines klaren Blickes: "Seht", um sein Leben in der Realität zu sehen.

Ich mache: Hier wird ganz deutlich, dass Gott der Handelnde ist. Er will für uns etwas tun. Er möchte die Grundlage unseres Lebens sein. Da wir Menschen uns das Himmelreich nicht verdienen können, wird es uns von Gott geschenkt. Er hat uns seine Liebe, seine Güte und seine Barmherzigkeit – Warmherzigkeit – zugesagt. "Ich mache".

Alles neu: Mit der Menschwerdung Jesu Christi begann ein neues Zeitalter (Zeitrechnung). Die Beziehung Gott – Mensch wurde auf eine neue Grundlage gestellt. Gott wurde Mensch, damit diese Liebe eine neue Qualität erhält. Gott sagt sein uneingeschränktes "Ja" zu uns. Er möchte, dass wir unser neues Leben in Liebe und Verständnis, Toleranz und Akzeptanz führen. Dann haben wir es nicht nötig, dem Zeitgeist hinterher zu laufen.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie auf die Zusage Gottes vertrauen und mit ihm Ihren Lebensweg gehen können.

Hans-Ludwig Köppen