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23.5.2012 : 3:46 : +0200

Gemeindebrief

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Abschiede im Herbst

Lena u. Christina

Der Herbst naht mit Macht, und mit ihm verändert sich die Natur. Das Laub der Bäume verfärbt sich, das satte Grün der Rasenflächen verblasst, und in den Gärten blühen nur noch wenige Blumen. Das Leben, das oft noch draußen stattfand, zieht sich mehr und mehr in die schützende Wärme der Häuser zurück. Das Leben verändert sich ständig, das merken wir zu jeder Jahreszeit. Im Herbst spüren wir besonders, dass Abschiede Teil dieser Veränderung sind.

Meine Arbeit ist zur Zeit von vielen Veränderungen und zumeist auch Abschieden geprägt. Die Kirchengemeinde Steenfelde hat im April Pastor Claus Dreier verabschiedet. Eine  Nachfolgerin oder ein Nachfolger sind noch nicht in Sicht, und so übernehme ich auch viele Dienste in Steenfelde.

Im Kindergarten werden wir zum 1. Oktober Ursula Witte verabschieden. Sie war 7 Jahre bei uns tätig. Mit ihrer Berufs- und Lebenserfahrung hat sie in umsichtiger Weise die Aufgaben der stellvertretenden Leitung übernommen. Ihr Engagement und ihre Musikalität werden uns sehr fehlen.

Mit Angelika Meyer verabschieden wir am 18. Oktober unsere Küsterin. Viele können sich das Leben in Kirche und Gemeindehaus ohne Angelika gar nicht vorstellen, und wir werden noch viel Zeit benötigen, um uns umzustellen.

Mit Thorsten Rademacher geht ein weiterer Mitarbeiter, der nicht nur bei uns, aber doch zu 20% in unserer Gemeinde seine Gaben und Fähigkeiten im Bereich der Jugendarbeit eingebracht hat. Seine Verabschiedung soll erst im Januar erfolgen, dennoch beschäftigen uns schon jetzt die damit einhergehenden Veränderungen.

All dies bewegt und belastet mich zur Zeit. Hinzu kommen zwei Abschiede in der Jugendarbeit. Christina Nee und unsere Tochter Lena nehmen am 1. Oktober ihr Studium in Bremerhaven bzw. in Erfurt auf. Beide hatten sich bis zuletzt an verschiedenen Stellen der Jugendarbeit in unserer Kirchengemeinde engagiert. Auch sie werden uns fehlen.

So sehr ich die Belastungen spüre, so sehr weiß ich doch auch, dass nur durch solche Abschiede Veränderungen und Neuaufbrüche möglich sind. Veränderungen sind wichtig. Leben heißt Veränderung, und ohne Veränderung ist kein Leben möglich. Deshalb sind Veränderungen wichtig. Sie sind zunächst einmal wichtig für die, die gehen. Sie sind aber auch für unsere Gemeinde wichtig. Das ist meine feste Überzeugung, auch wenn mir mancher Abschied schwer fällt. Dass Leben ständige Veränderung bedeutet, erleben wir gerade in der herbstlichen Jahreszeit besonders intensiv. Nur durch diese Abschiedszeit wird ein Frühling möglich.

In einem Lied sind diese Zusammenhänge wunderbar ausgedrückt. Es kommt mir in diesen Tagen oft in den Sinn. Eigentlich ist es ein Gebet:

Ausgang und Eingang, Anfang und Ende,
liegen bei dir, Herr, füll du uns die Hände.

Und so ist in diesen Wochen mein Gebet vor allem, dass Gott uns die Hände füllen möge. Mit dem, was wir zum Leben und für unsere Gemeinde brauchen. Wenn Sie mich und alle, die haupt- und ehrenamtlich Verantwortung tragen, in diesem Sinne in Ihr Gebet einschließen könnten, wäre ich sehr dankbar.

Mit einem herbstlichen Gruß in jedes Haus
Andreas Hannemann, Pastor