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23.5.2012 : 4:00 : +0200

Gemeindebrief

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Liebe und Treue

Gott spricht:
Ich habe dich je und je geliebt,
                     darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.
     Jeremia 31,3

 

Die alttestamentliche Geschichte spiegelt sich wider in der Geschichte vom verlorenen Sohn. Der Sohn geht eigene Wege, verlässt den Vater. Und er vergisst seine gute Kinderstube, solange es ihm gut geht. Im Elend aber wagt er sich zurück. Nein, er hofft nicht auf Vergebung, nur auf ein Leben als Knecht unter anderen Knechten. Denn er weiß: Denen geht es besser als ihm. Doch der Vater liebt seinen Sohn und hat nicht aufgehört, ihn zu lieben all die Jahre - trotz allem. Der Vater sieht das Elend und zieht den Sohn zärtlich an sich. Seine Liebe und Treue sind unerschütterlich. Er wird den Sohn wieder aufrichten.

Auch wir gehen unsere eigenen Wege. Wir denken bei unserem Tun selten darüber nach, ob es im Sinne unseres Gottes ist. Ob er alles gutheißen würde. Und im Eifer merken wir manchmal nicht, wenn unsere Wege fehlgehen. Dann stehen wir vor einem Scherbenhaufen und fühlen uns gottverlassen. Aber wir haben Seine Zusage: Von Ewigkeit her liebe ich dich, ich habe dich errettet durch Jesus Christus. Nur aus Liebe, nichts sonst. Darauf dürfen wir hoffen.

Welch eine Liebeserklärung! Es ist Gottes Liebeserklärung an sein Volk. Israel ist kein Volk ohne Fehl und Tadel, im Gegenteil. Es hat nicht nach Gottes Wort gelebt. Deshalb wurde es vom babylonischen König Nebukadnezar besiegt und in die Gefangenschaft geführt. Aber die Gefangenschaft, das Elend Israels ist nicht Gottes letztes Wort. Sein erstes und letztes Wort ist die Liebe. Der Prophet Jeremia teilt es den Gefangenen mit: Gott liebt euch und wird euch nach einer Zeit heimführen.

Dietlind Steinhöfel