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23.5.2012 : 5:05 : +0200

In Gottes Hand geborgen

Liebe Leserin, lieber Leser!

Ich weiß nicht, wie es Ihnen erginge, wenn alles in unserem Leben immer nach Leistung gewertet, taxiert oder abgerechnet würde. Ist der Mensch nur dann etwas wert, wenn er etwas leistet? Ist nur der Mensch ein guter Christ, der im Brustton der Überzeugung von sich sagen kann, dass er nicht zweifelt? Manchmal gelingt mir etwas besonders gut; ein anderes Mal könnte ich schier verzweifeln, weil vieles nicht gelingt.

Paulus spricht im 14. Kapitel des Römerbriefes von den Schwachen und Starken im Glauben. Er weiß aus eigener Erfahrung, dass beide Seiten, die schwache und die starke, im Leben eines Menschen sich wieder finden.

In unserer Kirchengemeinde begehen wir am Sonntag Judica das Fest der Konfirmation. Jungen Menschen wurden die biblischen Geschichten nahe gebracht. Sie haben die Gebote gelernt, über den Glauben gesprochen. Hier wurde ein Fundament gelegt, auf dem sie nun entscheiden, ob sie ihr zukünftiges Leben unter der Gnade und dem Schutz Gottes führen wollen.

Es gibt erfolgreiche Tage, und es gibt Tage, an denen ich am liebsten im Bett geblieben wäre, weil alles misslingt. Wenn ich dann mit leeren Händen dastehe und gestehen muss, dass alles misslungen ist, dann ist es umso tröstlicher, wenn ich weiß, dass ich nicht nach Leistung bewertet werde. Dann ist es gut zu wissen, dass ich auch diesen Tag an Gott wieder zurückgeben kann und er mir nicht Gleiches mit Gleichem vergilt. Darüber hinaus tut es gut zu wissen, dass ich mich zu jeder Zeit an Gott wenden und ihn um Hilfe bitten kann.

Der Spruch für den Monat April fasst dieses in kurzer, prägnanter Weise zusammen: Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. (Römer 14,8) Ganz gleichgültig, ob es mir gut oder schlecht geht; ich darf darauf vertrauen, in Gottes Hand geborgen zu sein.

Wir gehen in die Karwoche, mit einem der höchsten Feiertage der christlichen Kirchen. Jesus Christus nimmt alle Schuld auf sich und stirbt am Kreuz. Jesus Christus befiehlt sich in die Hände seines Vaters. Gott lässt seinen Sohn in dieser Stunde nicht allein. Weil Gott ihn nicht allein lässt, können wir dann auch Ostern das Fest der Auferstehung feiern.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Passionszeit und ein frohes Osterfest.

Hans-Ludwig Köppen