Unsere Gemeinde
- 1:
Monatsspruch.- 1.1:
März 2008. - 1.2:
Februar 2008. - 1.3:
Januar 2008. - 1.4:
Monatssprüche 2007.- 1.4.1:
Januar 2007. - 1.4.2:
Februar 2007. - 1.4.3:
März 2007. - 1.4.4:
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- 2:
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Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen
gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.
Römer 8,18
Liebe Leserin und lieber Leser !
Ich weiß nicht, wie es Ihnen mit diesem Monatsspruch geht. Bei einem Satz wie diesem kommt es für mich sehr darauf an, wer ihn sagt. Stellen wir uns einmal vor: Ein Mensch sagt ihn, der noch nie etwas wirklich Schlimmes erlebt hat, dessen Leiden sich höchstens auf Zahnschmerzen oder eine Windpocken-Erkrankung in der Kindheit beschränken. Sagt er so etwas einfach dahin, dann ist das vielleicht gut gemeint, klingt aber leicht zynisch. Dann wird es ein unbarmherziger Satz.
Nun ist es aber ein Satz von Paulus. Und von ihm wissen wir, dass er einiges durchzumachen hatte. Er litt wahrscheinlich unter einer Krankheit, die ihm sehr zu schaffen machte. Er wusste, was Hunger ist und hat einige Male im Gefängnis gesessen, weil er für seinen Glauben einstand. Er sagt diesen Satz nicht leichtfertig.
Und noch etwas kann den an sich richtigen Satz falsch klingen lassen. Wenn einer ihn als Entschuldigung für eigene Untätigkeit missbraucht. Wer ihn so lesen wollte, hätte Paulus vollkommen missverstanden. In unserer letzten Kindergartenandacht habe ich die Geschichte vom barmherzigen Samariter erzählt. Bevor dieser dem Überfallenen und schwer verletzt am Boden Liegenden half, waren zwei Männer vorbeigegangen, die nicht geholfen hatten. Wie zynisch wäre es gewesen, wenn sie zusätzlich zu ihrer Untätigkeit auf den armen Überfallenen geblickt und dann noch diesen Satz formuliert hätten: "Mach dir nichts draus, deine jetzigen Leiden werden nicht ins Gewicht fallen ... ." Unbarmherzigeres wäre wohl kaum denkbar.
Nein, in solchen Situationen stimmt dieser Satz nicht. Denn es ist ein leiser Satz, ein sehr persönlicher Satz. Ein Bekenntnis eines Mannes, der weiß, wovon er redet. Ein Satz von Menschen, die selbst Not erlebt haben oder die versuchen, Not zu lindern. Ein Satz, der Mut machen möchte: Sieh nicht nur auf das, was jetzt ist, sondern schau auf Gott und auf seine Möglichkeiten.
Wenn dieser Satz so gesprochen ist, dann kann er den Blick weiten für Gottes Wirklichkeit. Und dann steht manches, was wir jetzt erleiden, in einem ganz anderen Licht. Und das kann ungemein gut tun. Dann ist es ein barmherziger Satz.
Mit einem herzlichen Gruß in jedes Haus
Andreas Hannemann, Pastor
